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Sonntag, 2. Mai 2004, 08:22

the weekly ratpoison #4

Ratten sind bekanntlich zäh, Rattengift äußerst wirksam, ratpoison geht in die 4. Runde.

Heute mit nur 3 Topics, die aber auch einen gewissen Unterhaltungs- und Nutzwert haben.

Kurze Vorrede, langer Sinn, viel Spaß beim Lesen.


1. Waimea - die leichte Welle

Waimea, eigentlich eine gigantische Welle, die jedes Surferherz höher schlagen, aber auch jedes Schienbein und jeglichen Wadenmuskel mit Sicherheit leicht zersplittern lässt, war Namenspatin für ein recht leichtes Fensterzeichnerprogramm, den Windowmanager WAIMEA. Downloadquellen findet man unter [1], wo gerade eine neue "teilstabile" Entwicklerversion auf den geneigten Nutzer wartet. Die vorherige stabile Version liegt unter [2]. Dort ist auch eine gute Dokumentation und die offizielle Releasepage zu finden.

Was macht Waimea aus. Einerseits ist es mit zahlreichen grafischen und nutzerfreundlichen Gimmicks ausgestattet, auf der anderen Seite punktet Waimea mit seiner schlanken Codebasis und seinem geringen Speicherverbrauch. Anzupassen ist Waimea komplett über Skripte, die klar und strukturiert aufgebaut sind und eine hervorragende Dokumentation besitzen.

Waimea in Aktion ist hier [3] zu bestaunen.

Es lohnt sich, diesen Windowmanager einfach einmal zu installieren und zu testen. Für einige Systeme (darunter auch Mandrake) ist Waimea auch als RPM zu finden.

[1] www.cs.umu.se
[2] waimea.sourceforge.net
[3] usuarios.lycos.es

2. "schaufelsowi" (schaufel es rüber) statt "cp"

Besonders im Bayrischen haben viele User Probleme mit den englischen Konsolenbefehlen, die sich für sie im Allgemein-Deutschen auch nicht viel verständlicher anhören. Warum also einem solchen Nutzer nicht unter die Arme greifen und ihm die Befehle zurechtbiegen <scnr>. Hier kommt der Befehl ´alias´ in den Ring.

Mit Alias kann man einzelne Befehle gegen ein synonymes Wort eintauschen oder sogar eine Zeichenkette von Befehlen durch nur einen einzigen Befehl abarbeiten lassen. Aus "cp /var/log/messages/* /home/user/tralala" wird schnell ein "logbackup". Fein, oder.

Wie das nun geht. Einfach ein beherztes "alias logbackup= "cp /var/log/messages/* /home/user/tralala" erledigt alle Mühe. Jetzt ruft der Befehl "logbackup" die Zeichenkette auf und diese wird abgearbeitet.

Allerdings funktioniert so ein Alias nur so lange, wie im aktuellen Terminal gearbeitet wird. Saugt die liebevolle Ehefrau wieder unter dem Schreibtisch und zieht den Stecker der munter schnurrenden Rechenanlage (mit Absicht nicht!) aus dem Stromspendegehäuse oder die Katze verbeisst sich im Kabel, dann war es das mit dem Alias.

Dazu sollte die Alias-Zeile einfach in .profile im jeweiligen Homeverzeichnis eingetragen werden, und schon klappt das mit dem Neustart. Global, also für alle Nutzer, soltle root eine profile.local unter /etc anlegen, so dass jeder(!) Nutzer des Systems in den Genuss kommt.

3. OpenBSD Hackathon

Lange Jahre wurde der jährliche Hackertreff der OpenBSD-Entwickler in festen Unterkünften (Hotels oder Privathäuser) abgehalten, oder man suchte sich zumindest Bahausungen mit begrillbaren Hinterhöfen und Gärten, doch dieses Jahr wurde es "natürlich". Ein Zeltcamp wurde aufgeschlagen, verkabelt und verfunkt und dann klapperten die Notebooktasten, bis die Halme wackelten. Einige Bilder vom Treffen in Sechelt, Canada sind hier zu finden [1].

Endlich also kommen fahle Gesichter aus ihren abgedunkelten Wohnungen und erfreuen sich an den üblichen Vozügen der Natur wie Vögelgeschrein, pieksende Ameisen und Donnerbalkentoiletten. Es lebe der "freie Zugang" ;)

[1] www.benzedrine.cx

Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn sie ratpoison lesen sehen:" Nein, Schatz, ich hab keinen VHS-Kurs gemacht. Und du musst keine Nüsse und Vanileezucker mitbringen, nur weil in meinem Kalender steht, ich möchte heute einen neuen Kernel backen".

Herzlich, wo immer ihr auch seid,

Thorsten
Posted by thorsten at 2004-05-02 08:22 | (no comments) | comment

Freitag, 14. November 2003, 06:18


Neue Lizenz in der Diskussion

Es gibt auf der Kernel-Mailingliste erste Bestrebungen, die GPL fallen
zu lassen und dafür die Open Source Licence
[http://www.opensource.org/licenses/osl.php] einzusetzen. Der Schöpfer
der GPL, Richard Stallman, steht zunehmend unter Beschuss, und zwar
nicht nur, weil er politische Ziele fördert, mit denen einige
Entwickler nicht einverstanden sind, sondern weil sich nicht alle
darauf verlassen wollen, dass Richard die Ziele künftiger Versionen
der GPL unabhängig von anderen Aspekten seiner politischen Agenda
verfolgen wird.

Laut einiger Abonnenten der Kernel-Mailingliste ist die OSL aus
juristischer Sicht überlegen. Es fanden sich sogar Entwickler dazu
bereit, eine wahrhaft erschreckende Aufgabe zu übernehmen: Sie wollen
alle Programmierer aufspüren, die sich seit 1991 an der Entwicklung
des Kernels beteiligt haben, und ihre Zustimmung zu dieser Änderung
einholen. Diese Zustimmung ist tatsächlich erforderlich, weil jeder,
der einen Beitrag geleistet hat, die Urheberrechte für diesen Beitrag
besitzt. Während aber eine solche komplette Umstellung auf OSL selbst
mittelfristig eher unwahrscheinlich ist, planen einige Entwickler,
neue Arbeiten am Kernel bereits unter der OSL zu veröffentlichen.

In einer Diskussion über einen Treiber von Promise, der vor kurzem
unter der GPL veröffentlicht wurde, hat Jeff Garzik im August
angeregt, dass man diese Gelegenheit ergreifen sollte, den Treiber
unter der OSL statt der GPL zu veröffentlichen, sollte er mit einem
aufgeräumteren technischen Design neu programmiert werden. Es gab
keine Gegenstimmen und Alan Cox hat sogar darauf hingewiesen, dass Red
Hat die OSL bereits für mehrere neue Projekte nutzt.
Posted by thorsten at 2003-11-14 06:18 | (no comments) | comment

Freitag, 14. November 2003, 05:57

Uno schützt Software (und OpenSource)

UNO schuetzt Freie Software

Obwohl NGOs nicht am UNO-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS)
teilnehmen durften, sieht es so aus, als wenn man sich tatsaechlich dazu
durchgerungen hat Freie Software als schuetzenswert zu deklarieren.

-.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.- -.-. --.-
Weltgipfel zur Informationsgesellschaft
UNO erkennt Freiheit der Software als schützenswert an

Der Schutz Freier Software ist fortan fester Bestandteil in der
UNO-Deklaration zur Informationsgesellschaft.
[...]
Vor allem Interessenvertreter aus der Wirtschaft hatten hartnäckig gegen
diesen Punkt interveniert.
[...]
Einige Länder wollten Freie Software komplett aus dem WSIS-Prozess
heraushalten, insbesondere um die eigenen Monopolisten vor Wettbewerb zu
schützen. Im aktuellen Entwurf der Deklaration werden nun alle
Software-Varianten gleichberechtigt erwähnt. Laut Greve trage vor allem
Freie Software substantiell dazu bei, die sogenannte digitale Spaltung
zwischen arm und reich, Nord- und Südländern, zu überwinden - eines der
Hauptziele des UNO-Gipfels.
[...]
Markus Beckedahl, Vorsitzender des Netzwerk Neue Medien, ergänzt: "Nun
ist es Zeit, eine ähnlich positive Entwicklung auch bei der Sicherung
offener Standards zu finden."
[...]

www.ngo-online.de
Posted by thorsten at 2003-11-14 05:57 | (no comments) | comment

Sonntag, 28. September 2003, 09:35

Mandrake 9.2 / Veröffentlichungsstrategie konform mit GPL?

Mandrake wird seine ISOs zuerst den Clubmitgliedern zum Download freigeben, dann kommen die anderen wartenden Downloader und Boxenkäufer an die Reihe. In der englischen Newbie-Liste von Mandrake wurde daraufhin folgende Frage gestellt:


What does the GPL say about the following?

"Next ISOs of Mandrake 9.2 Download Edition will be available for Club Members and all people who have contributed to the new version (including developers and translators), prior to retail packs and public download release."

Is this in conformance with the GPL? Does the GPL favor any select group or does it prohibit discrimination and restrictions?


[Freie Übersetzung]

Was sagt die GPL zu Folgendem?

"Die nächsten ISOs der kommenden Mandrake Download Edition 9.2 wird (zuerst) für alle Clubmitglieder erhältlich sein, dazu gehören auch Entwickler und Übersetzer, danach kommen die "freien" Downloader und die Boxenkäufer an die Reihe.

Ist das vereinbar mit den Grundlagen der GPL? Befürwortet die GPL eine ausgesuchte Gruppe oder verbietet sie (nicht eher) Diskriminierung und Restriktionen?


Dazu spricht die GPL eigentlich sehr deutliche Worte:


www.gnu.org

"The licenses for most software are designed to take away your freedom to share and change it. By contrast, the GNU General Public License is intended to guarantee your freedom to share and change free software--to make sure the software is free for all its users. This General Public License applies to
most of the Free Software Foundation's software and to any other program whose authors commit to using it. (Some other Free Software Foundation software is covered by the GNU Library General Public License instead.) You can apply it to your programs, too."




Die Lizensen für die meiste Software ist dafür gemacht, um die Freiheit zur Weitergabe und Veränderung zu beschneiden. Dagegen hat die GNU GPL die Absicht, die Freiheit zu garantieren, freie Software zu teilen, zu verbreiten und auch zu ändern. Diese Lizens bezieht sich auf die meiste Software der Free Software Foundation und auf viele andere Programme, bei denen die Autoren sich auf diese Lizens beziehen ( Andere Software ist geschützt durch die GNU GNU Library General Public License ). Natürlich kann man diese Lizensen auch für seine eigenen Programme nutzen und in Anspruch nehmen.



"When we speak of free software, we are referring to freedom, not price. Our General Public Licenses are designed to make sure that you have the freedom
to distribute copies of free software (and charge for this service if you wish), that you receive source code or can get it if you want it, that you can change the software or use pieces of it in new free programs; and that you know you can do these things."



Wenn wir von freier Software sprechen, dann beziehen wir uns (wirklich) auf Freiheit, nicht auf den Preis. Unsere GPLs sind gemacht, dass klar wird, man hat die Freiheit, Kopien der freien Software zu verteilen (und auch dafür Geld zu verlangenm, wenn dies gewünscht ist), dass man den Quellcode der Programme erhalten kann, wenn man dies wünscht, dass man (sogar) die Software verändern kann und Teile davon in neue freie Programme übernehmen kann; und sie wurde erstellt, dass man im Gedächtnis behält, dass man diese Dinge auch (wirklich) machen kann.




Meiner Meinung nach hat Mandrake sehr wohl (auch unter der GPL) das Recht, die erstellte Distribution zuerst auf dem Weg, den sie wählt, zu veröffentlichen, dann erst für die "Allgemeinheit" freizugeben. Dies steht, wenn man die obigen zentralen Passagen der GPL liest, in keinerlei Widerspruch. Dazu möchte ich noch auf einen weiteren Teil einer Mail aus der Newbie-e-Liste verweisen, den ich bewusst im Englischen stehen lassen möchte:

Nowhere does the GPL say that a company devoted to developing a cutting edge
Operating System based on GNU/Linux has to give away their latest version for
free all the time every time. If the distribution is worth using, and I think
it is, and if the latest version is improved enough to warrant a bit of a
change of direction in marketing it in order to ensure the survival of the
company supporting the developers responsible, and again I believe it to be
so; do you not think that the people benefitting from this work should be
patient enough to let the trial work? So there will be a "next release."

If you're really in a hurry maybe you should join the Club and take advantage
of the "early download" opportunity. Or log into the store and buy a copy to
support the company that set up these lists and produced this OS.

Or just wait until the end of October and download a copy of 9.2 for free.

Dienstag, 13. Mai 2003, 05:49

Die OpenSource-Szene macht es vor

Komplettes Buch im Netz

www.galileocomputing.de

Diskussion dazu

www.pro-linux.de
Posted by thorsten at 2003-05-13 05:49 | (no comments) | comment